Glutenfrei heißt nicht automatisch Zöliakie-geeignet: CSU-Fraktion fordert mehr Teilhabe für betroffene Kinder und Jugendliche
Die CSU-Landtagsfraktion hat gemeinsam mit den übrigen demokratischen Fraktionen einen interfraktionellen Antrag in den Bayerischen Landtag eingebracht. Darin wird die Staatsregierung aufgefordert, umfassend über die Situation von Kindern und Jugendlichen mit Zöliakie in bayerischen Betreuungs- und Schuleinrichtungen zu berichten. Zöliakie ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der Gluten eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut auslöst. Sie ist nicht heilbar. Die einzige Therapie ist eine strenge, lebenslange glutenfreie Ernährung. Unbehandelt drohen schwere Folgeschäden wie Wachstumsstörungen bei Kindern, eingeschränkte Fruchtbarkeit oder Darmkrebs. Rund eines von hundert Menschen in Deutschland ist betroffen. Im Alltag stellt die strikte Diäteinhaltung betroffene Familien vor enorme Herausforderungen: Kinder werden von Krippen und Kindergärten abgewiesen, können nicht an der Schulverpflegung im Ganztag teilnehmen und sind auch bei Ausflügen und Schulfahrten auf sich allein gestellt. Der Antrag fordert die Staatsregierung daher auf zu berichten, wie die Versorgung mit Zöliakie-geeigneten Mahlzeiten in Kitas und Schulen sichergestellt ist, wie Personal geschult wird, welche Kosten eine optimale Versorgung verursacht und ob bestehende Zertifizierungsmöglichkeiten für Anbieter ausreichen. Länder wie Italien, Finnland, Schweden und Frankreich zeigen, dass verbindliche Lösungen möglich sind.
